Mit der
Absichtserklärung geht ein schon seit längerem existierender Branchendialog zwischen Kommission und Interessenvertretern zu Ende, der die Vielzahl an vergriffenen Werke in Bibliotheken einer rechtskonformen Digitalisierung zugänglich machen soll. Während Verlage die hohen Verwaltungs- und Lagerkosten vergriffener Titel oft nicht mehr tragen können und nur manche Bücher als
Book on Demand wieder erscheinen, sind in europäischen Bibliotheken viele Titel vergriffen. Die nun von der Kommission initiierte Vereinbarung wird als wichtiger Schritt gesehen, um dem hohen Digitalisierungsbedarf der kulturellen Einrichtungen der EU gerecht zu werden, ohne dass dabei Urheberrechte verletzt werden.
Verwertungsgesellschaften am ZugDie Erklärung sieht eine Förderung von freiwilligen Lizenzvereinbarungen vor, wobei das Urheberrecht in vollem Umfang anerkannt bleibt. Das Erstrecht ein vergriffenes Werk zu digitalisieren und zugänglich zu machen, soll immer dem Rechteinhaber zukommen. Bei der Umsetzung der Absichtserklärung werden vor allem die Verwertungsgesellschaften, welche die Inhaber von Rechten an Büchern und Fachzeitschriften vertreten, eine zentrale Funktion haben. Durch die erarbeiteten Grundsätze soll die Aushandlung und den Erwerb von Lizenzen erleichtert werden, damit Bibliotheken und kulturelle Einrichtungen die Digitalisierung ihrer Archive und Sammlungen und deren Bereitstellung im Internet ermöglicht wird.
Bibliotheksverbände begrüßen Erklärung
Die Vertreter der europäischen Bibliotheksverbände begrüßen den positiven Ausgang des Dialogs und hoffen nach diesem ersten Schritt
auf ähnliche Initiativen im Hinblick auf effiziente Verfahren für eine gemeinsame Verwaltung von Urheberrechten in anderen Bereichen, so Gerald Leitner, Präsident der europäischen Dachorganisation der nationalen Bibliotheks-, Informations-, und Dokumentationsverbände.
Die europäischen Autoren, Verlage, Bibliotheken und Verwertungsgesellschaften hatten seit November 2010 an der nun vereinbarten Lösung gearbeitet, die sowohl die Interessen der Autoren und des Verlagssektors als auch die Anliegen der Bibliotheken und der Massendigitalisierungsprojekte berücksichtigt.